Wie lebt man demokratisch?

Ein Schuljahr Recherchieren, Produzieren, Engagieren

ein Gastbeitrag von Mareen, Yannis, Colja und Sebah der Profilklasse CreaTiVi

Ideen diskutieren, gemeinsam umsetzen und darüber berichten. Seit letztem Jahr wollen wir wissen, was Demokratie ist und wie es sich anfühlt, sich zu engagieren. Wir starteten auf der TINCON auf Kampnagel, der Teenage Internetwork Convention, einem Jugend-Festival für Demokratie. Dort machten wir Aufnahmen für unsere Videoreportagen, unterstützt von jungen SchnappFisch-JournalistInnen. Wir lernten, wie man mit Stativ aufbaut und Kamera umgeht, Ton und Licht setzt und, was ein Zebrastreifen bei einer Kamera ist, sowie alles über Einstellungsgrößen und Perspektiven, um unsere Interviews u.a. mit YouTubern, Speakern und Gästen aufzunehmen:

 
Interview mit zwei YouTubern

Unterstützt bei unserem Demokratieprojekt haben uns Chiara und Marle von Save Democracy, einem Verein, der politisches Engagement und Teilhabe fördert. Mit dem Team der Denkenden Gesellschaft machten wir Straßenumfragen und ließen die Passanten zeichnen, was für sie Demokratie bedeutet.

Wir waren auch zu Besuch bei Viva con Agua, dem Verein, der sich dafür einsetzt, dass alle Menschen weltweit Zugang zu sauberem Trinkwasser haben und deshalb als NonProfitOrganisation Wasserprojekte unterstützt. Dafür sammeln sie auf Festivals mit Musikern und Künstlern Geld für ihre Wasserprojekte.

Nun kamen auch uns ersten Ideen, wie wir uns demokratisch engagieren können. Aber vorher lernten wir auf einem Demokratieworkshop in Bremen verschiedene Aktionen und Projekte anderer norddeutscher Schulen kennen. Gemeinsam arbeiteten wir in kleinen, journalistischen Workshop und führten u.a. Interviews nur mit Handzeichen und Mimik ganz ohne Worte. Im Fußballstadion von Werder Bremen erfuhen wir, was im Sport Fairplay bedeutet.

Zurück in der Schule kamen zwei junge Frauen von Redesign zu uns in die Klasse und zeigten uns, wie man mit der Methode Design Thinking Projekte kreativer in die Tat umsetzen kann.  Mit Edding, bunten Klebezetteln und Legos fanden wir anhand von selbst gebauten und gezeichneten Prototypen kreative Lösungen nicht nur für unser Müllproblem im Klassenraum.

Urs, Jan Phillip und Carlo programmierten sogar ein eigenes PC-Spiel passend zum Thema, mit dem wir auf den GSB-Kulturtagen das demokratische Allgemeinwissen der Gäste unserer CreaTiVi-Show testeten.

Mit diesen Aktionen engagierten wir uns für mehr Demokratie, setzten uns mit sozialen Problemen auseinander und packten schließlich einige Wochen lang donnerstags, an unserem Profiltag, selbst mit an: Wir haben bei der Bergedorfer Tafel Bedürftigen Essen ausgegeben, waren als Lernbegleiter aktiv, haben für Geflüchtete Fahrräder repariert, Nachhilfe gegeben, ältere Menschen im Pflegeheim besucht, mit Kinder im Spielhaus Lohbrügge gespielt und sind mit der Ordnungswacht durch einen Stadtteil „auf Streife“ gegangen.

Und schließlich fragten wir uns, wie wir in der Politik mitbestimmen können in Bergedorf und machten zusammen mit anderen Klassen beim „One-Shot-Videodreh“ mit JournalistInnen der Reporterfabrik und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg mit.